GMS
Von den Schulhäusern in Sonnefeld/Hofstädten

nach Aufzeichungen von Hauptlehrer Otto Blümlein

Während es bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts nur in den Städten die sogenannten Lateinschulen gab, die die jungen Leute für das Universitätsstudium vorbereiteten, wurden die ersten Volksschulen in der Reformationszeit ins Leben gerufen. Und in diesen Jahren liegen auch die Anfänge des Schulwesens in unserer Heimat. Die ersten Volksschulen hatten die Aufgabe, den Kindern die Grundbegriffe der Glaubenslehre beizubringen. Darum wird wohl mit dem ersten ständigen evangelischen Geistlichen Wolfgang Horn, auch der erste Volksschullehrer seinen Einzug in Sonnefeld gehalten haben. Oberlehrer Hermann Wank schreibt in seiner Chronik von Sonnefeld von einem Schulmeister Hans Reutter, der im Jahre 1550 Pension bezog. Das erste Schulhaus war ein Klostergebäude in der Nähe der Post/Gemeindebücherei (ehem. Pfarrhaus). Wahrscheinlich stand es an der gleichen Stelle wie die beiden folgenden Schulen, nämlich im Viereck an der Nordostecke der Klosterkirche. Von diesem Schulhaus berichtet der Amtsschosser Joachim Göt­tich im Jahre 1575, dass es so alt und baufällig sei, daß es von Grund auf neu gebaut werden müsse. Um das Jahr 1580 wurde ein Neubau an der Nordostecke der Klosterkirche errichtet. Die Lehrer wurden in erster Linie als Küster (Kirchendiener) angestellt. In der Casimirianischen Kirchen- und Schulordnung von 1626 war angeordnet: „Es sollen auch alle Custodes und Dorfküster Schul halten und derselben täglich mit allem Fleiss vermöge der Ordnung abwarten.“


200 Jahre trotzte dieses zweite Schulhaus den Unbilden der Witterung (das war die längste Zeit, die ein Sonnefelder Schulgebäude durchhielt). Dann war es aber auch höchste Zeit, dass die Schule abgebrochen und auf Kosten des Fürstlichen Hildburghäusischen Rentkammeramtes an derselben Stelle neu erbaut wurde. In diesem (3.) Schulgebäude unterrichtete der Kantor der neben seinem Dienst als Organist und Kantor auch noch die Kirchnerdienste (Läuten der Glocken und Bereitstellung der Tauf- und Abendmahlsgeräte) zu verrichten hatte. Diesen niederen Kirchendienst hatten die Kantorenlehrer noch bis ins erste Jahrzehnt dieses Jahrhunderts zu versehen. Das Glockenläuten haben sie durch den letzten Schülerjahrgang ausführen lassen. Etwa 80 bis 110 Schulkinder hatten sie zu unterrichten. Der letzte Lehrer an dieser Kantoratsschule, in die seit 1815 nur die Kinder der Mittel- und Unterklasse gingen, war der Kantor CarI Herold.

Die Oberklasse wurde von dem 2. Geistlichen, dem Diakonus, unterrichtet. Das Klassenzimmer befand sich in dem damaligen gemeindeeigenen Haus Dr.-Knauer-Straße 9 (4. Schulgebäude), in dem auch die Wohnung des Diakonus war. Danach bewohnte dieses Haus Medizinalrat Dr. Knauer, später ging es in den Besitz des ehem. Bürgermeisters Franz Hauck über. Diese zweigeteilte Schule gab es nur einmal im ganzen Herzogtum. Die eine Schule wurde Kantoratsschule und die andere Diakonats- oder Rektoratsschule genannt. Sie blieb bis zum Jahre 1871 bestehen. Die Inhaber des Diakonats erlebten keine rechte Freude an diesem Amt. Sie hatten ja als Theologen studiert und mußten nun für 35 bis 60 Kinder wöchentlich 20 Stunden Unterricht erteilen, außerdem mußten sie alle Nachmittagspredigten, die Predigten am Gründonnerstag, an der Kirchweih und an den Sonntagen, an denen der 1. Geistliche in Weidhausen amtierte, halten. Die Bezahlung war schlecht, und dazu wurden sie weder von ihren Amtsbrüdern noch vom Volke als Geistliche angesehen. Sie wur­den als Lehrer jedem anderen Landlehrer gleichgestellt. Diakonus Köhler verglich seine Stellung mit der eines Gehülfen des Oberpfarrers oder gar eines Knechtes desselben.

Im Jahre 1871 wurde das Diakonat und mit ihm auch die Diakonatsschule aufgelöst. Sie wurde mit der Kantoratsschule im neuen Schulhaus (5. Schulgebäude) vereinigt und alle Schulkinder wurden nun von fachlich vorgebildeten Lehrkräften betreut.

Es war knapp ein Jahrhundert vergangen, seit die Kantoratsschule im Jahre 1772 erbaut worden war, da war sie bereits wie­der baufällig und nicht mehr ausreichend. Die Vereinigungsplä­ne beider Schularten erforderten den Neubau einer dreiklassi­gen Schule (heute: Klosterschule) mit drei Lehrerwohnungen. Als Platz erwählte man den Ort der alten Propstei, in der damals Amtswohnungen untergebracht waren.

Im Jahr 1867 wurde beschlossen, daß das neue zweistöckige Schulgebäude an Stelle des alten Amtshauses, welches abgerissen werden soll, von Grund auf aus Standsteinen erbaut wird. Die Domäne tritt das alte Amtsgebäude mit Grund und Boden kostenlos an die Gemeinde ab. Nachdem die neue Schule durch eine Kommission geprüft worden war, wurde sie am 4. Juni 1869 eingeweiht.

Aber bereits drei Jahrzehnte später reichten die Unterrichtsräume für die stark anwachsende Kinderzahl nicht mehr aus. Des­halb wurde im Jahre 1902 dem zweistöckigen Schulhaus ein drittes Stockwerk aufgesetzt. Dadurch wurde Raum geschaffen für 4 Lehrzimmer und 4 Lehrerwohnungen. Bis zum Jahre 1933 kam man mit dieser Einteilung recht und schlecht aus. Da aber ließ sich die Errichtung eines 5. Klassenzimmers nicht mehr länger hinauszögern. In der freigewordenen 4. Lehrerwohnung konnte im Erdgeschoss ein fünftes Unterrichtszimmer eingerichtet werden. Als dann in den Kriegsjahren ab 1941 viele Familien mit ihren Kindern aus deutschen Großstädten in Sonnefeld Aufnahme fanden, und als sich nach dem Zusammenbruch viele Vertriebene aus den Ostgebieten hier ansiedelten, war es unmöglich 300 Kinder in den fünf kleinen Klassenräumen zu unterrichten. Deshalb machte sich im Jahre 1948 die Errichtung einer 6. Klasse notwendig. Das konnte natürlich nur mit Einführung des Wechselunterrichtes durchgeführt werden. Weil aber das alte Schulhaus am Westausgang des Ortes in keiner Weise mehr den Anforderungen der neuen Zeit genügte, so beschloß der Gemeinderat mit Bürgermeister Franz Hauck im Jahre 1953, den Bau eines neuen Schulhauses im Kantersgarten am Dorfberg (heutige Bezeichnung der Schule: Schützenstraße 14).

Das neue Schulhaus wurde 1958 eingeweiht und hatte 6 Klas­sen. Durch steigende Schülerzahlen, veranlasst aus den Einge­meindungen aus den Nachbarorten war eine Erweiterung auf 10 Klassenzimmer notwendig. Bereits im Oktober 1965 wurde ein erster Erweiterungsbau fertiggestellt. Zwei Jahre später, im Juni 1967, wurde die Turnhalle auf dem Schulgelände eingeweiht. Aber bereits 1968 deutete sich erneut Raummangel an der neuen Schule an. Deshalb mußten wieder 4 Klassenzimmer in der „Klosterschule“ eingerichtet werden. Mit der Eingemein­dung von Gestungshausen im Jahr 1972 stand ab diesem Jahr das dortige Schulhaus zur Verfügung und konnte Schulklassen aufnehmen.

Der Bedarf an Fachräumen machte es aber erforderlich, am Schulhaus in Sonnefeld einen weiteren Schulhausanbau vorzunehmen. Im Jahr 1987 wurden Physik-, Chemie- und Werkräume angebaut. Mit dem jetzigen Anbau, begonnen 1997 und fer­tiggestellt im Jahr 1999, wurden vier Grundschulklassen für die 3. und 4. Schülerjahrgänge, außerdem wurde die bisher fehlende Pausenhalle geschaffen und eine neue Turnhalle mit den heute üblichen Maßen für Schulturnhallen 30 m x 15 m. Auch der dringend notwendige Buswendeplatz konnte errichtet werden und die Pausenhöfe und die Außenanlagen wurden erstellt.

Otto Blümlein war ab 1919 Lehrer in Sonnefeld, 1953 - 1963 Schulleiter, wegen Lehrermangel lehrte er bis 1967 in Sonnefeld.

AlteSchule

Neubau einer Einfachsporthalle, einer Pausenhalle und von 4 Klassenzimmern der Grund- und Hauptschule der Gemeinde Sonnefeld

Architekt Peter Brandmeier, Bayreuth

Die Gemeinde Sonnefeld hat in den Jahren 1997, 1998, 1999 in knapp 2-jähriger Bauzeit auf dem vorhandenen Schulgrundstück eine neue Einfachsporthaile einschl. Pausenhalle und 4 Klassenzimmern erstellen lassen. Diese wurde im Anschluß an die vorhandene Sporthalle (12 m x 24 m) im Bereich der südwestlichen Grundstücksecke angeordnet.

Der Hallengrundriss wurde so angelegt, dass eine langfristige Ergänzung zur Doppelturnhalle in nordöstlicher Richtung möglich ist. Aufgrund der vorgegebenen Hangsituation und der gewünschten höhengleichen Anbindung der neuen Sporthalle an die vorhandene Halle, ergab sich talseitig im Bereich der Unterkellerung ein vollständig über Geländeniveau liegendes Geschoß. Die durch die neue Sporthalle und die Geräteräume überbaute Fläche konnte im Untergeschoß nicht zur Gänze mit Hallenfunktionen belegt werden. Es bot sich deshalb an, hier talseitig die mittel- bzw. langfristig notwendig gewordenen 4 zusätzlichen Klassenräume unterzubringen.

Der zwischen dem vorhandenen Schulgebäude und den Sporthallen verbliebene Freiraum ergab sich fast zwangsläufig als zentrale, neue Pausenhalle und somit als Bindeglied zwischen den einzelnen Funktionsbereichen.

Die Pausenhalle ist aufgrund der vorhandenen Geländesituation höhenmäßig versetzt. Der tiefere Teil, der über einen eigenen Eingang vom Schulweg erschlossen wird, dient gleichzeitig als Vorbereich für die Umkleiden der neuen Sporthalle und für die Klassenzimmer.

Der höherliegende Teil der Pausenhalle, der über dem bereits vorhandenen Haupteingang erschlossen wird, dient als eigent­licher Pausen-Aufenthaltsbereich und als Plattform für den Direktzugang zu den beiden Sporthallen.

Im Untergeschoß der Sporthalle wurden die Umkleiden und der natürlich belichtete Konditionsraum untergebracht.

Der zur Erschließung dieser Räume notwendige Stiefelgang dient gleichzeitig als Garderobe für die zukünftigen Klassenzim­mer. Der Turnschuhgang verbindet die Umkleiden über eine zen­trale Treppenanlage mit der eigentlichen Sporthalle. Diese Trep­penanlage ist bereits so angelegt, dass sie bei einer Hallenerwei­terung ebenfalls zur Erschließung des neuen Hallenteils mit her­angezogen werden kann.

Die neue Sporthalle ist mit ihrer Längenausdehnung von 28,5 m so konzipiert, daß bei einer späteren Erweiterung zur Doppelhalle an der zur Pausenhalle orientierten Längsseite eine Tele­skoptribüne installiert werden kann.

Die zur alten Halle orientierte Längswand ist bei einer mögli­chen Erweiterung herausnehmbar. Die quer zur Hallenlängsrich­tung gespannten, verleimten Hetzerbinder sind im Bereich des späteren Trennvorhanges auf einen in Hallenlängsrichtung ver­legten, verleimten, über 28,0 m freigespannten Träger aufgelegt. Dieser dient bei einer Erweiterung zur Doppelsporthalle als ein Teil der Abschottung für den notwendigen Trennvorhang.

Der umbaute Raum der gesamten Neubaumaßnahmen beläuft sich auf 8.616 m3.

Die überbaute Fläche beträgt 1.200 m2.

Die gesamten Baukosten einschließlich Nebenkosten sind mit 5.850.000 DM veranschlagt.

21.09.2018 (Fr)

08:00 - 13:00

25.09.2018 (Di)

27.09.2018 (Do)

03.10.2018 (Mi)

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